Dachrinne reinigen: wann, wie oft und woran Sie es merken
Die billigste Wartung am ganzen Haus — und die, die am häufigsten vergessen wird.
Von allen Arbeiten am Haus hat die Dachrinnenreinigung das beste Verhältnis von Aufwand zu verhindertem Schaden. Zwanzig Minuten auf der Leiter gegen einen Fassadenschaden, der vierstellig wird. Trotzdem ist es der Punkt, der am häufigsten liegen bleibt — weil man eine volle Rinne von unten nicht sieht.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Nach dem Laubfall, also in der Oberpfalz meist von Mitte Oktober bis Mitte November. Wer zu früh dran ist, hat die Rinne im Dezember wieder voll. Wer bis Januar wartet, riskiert, dass das erste Frostwasser schon nicht mehr abläuft.
Bei einem Haus unter Bäumen reicht ein Termin oft nicht. Dann kommt ein zweiter im Frühsommer dazu, wenn Blüten, Samen und die ersten Blätter durch sind. Birken, Linden und Fichten sind dabei die aufwendigsten Nachbarn.
Woran merkt man, dass die Rinne voll ist?
- Es tropft bei Regen an immer derselben Stelle über die Kante.
- Aus dem Fallrohr kommt bei starkem Regen kaum Wasser.
- In der Rinne wächst Gras oder Moos — von unten als grüner Rand sichtbar.
- An der Fassade unterhalb der Rinne ist ein dunkler, feuchter Streifen.
- Im Winter bilden sich Eiszapfen immer an derselben Stelle.
Der letzte Punkt ist der deutlichste. Eiszapfen entstehen dort, wo Wasser stehen bleibt statt abzulaufen.
Was passiert, wenn man es laufen lässt
Zuerst läuft die Rinne über und das Wasser fällt an die Fassade. Der Putz nimmt Feuchtigkeit auf, im Winter arbeitet der Frost darin, und nach zwei bis drei Jahren platzt es im Sockelbereich ab. Gleichzeitig drückt das Laub in der Rinne gegen die Halter — eine durchhängende Rinne läuft dann auch nach der Reinigung an der Stelle weiter über.
Der unangenehmere Fall: Das Fallrohr ist verstopft und das Wasser läuft nicht ab, sondern steht. Bei Frost sprengt es dann die Naht am Bogen.
Selbst machen oder machen lassen?
Am Bungalow mit anderthalb Metern Traufhöhe ist das eine Sache für den Samstagmorgen. Ab dem Obergeschoss sieht es anders aus: Auf einer Leiter stehen, sich zur Seite lehnen und mit einer Hand arbeiten ist die häufigste Ursache für Leiterunfälle am Eigenheim. Wer das nicht regelmäßig macht, unterschätzt, wie schnell die Leiter wegrutscht, wenn man nach dem letzten Meter greift.
Zur Reinigung gehört außerdem mehr als Auskratzen: die Rinne wird durchgespült, das Fallrohr auf Ablauf geprüft, und die Halter werden angeschaut. Sonst behandelt man das Symptom.
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Wenn Sie es lieber machen lassen: sechs Schritte, dann melde ich mich zurück.
